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Google Goggles

Handy liefert Infos zu eigenen Fotos und übersetzt sogar

Google stellt das mächtiges Such-Tool Goggles vor. Es fotografiert mit der Handy-Kamera Objekte und erkennt, um was es sich dabei handelt. Dazu gibt es alle Informationen aus der Google-Suchmaschine.
google goggles logo

Diese App wird sofort vielen Anwendern gefallen. Man könnte es sogar als kleine Revolution im Web bezeichnen. Goggles (zu deutsch etwa Taucherbrille oder Schutzbrille) nutzt die eingebaute Digitalkamera eines Smartphones und erkennt automatisch in Windeseile das Objekt beziehungsweise das Motiv. Der Anwender braucht also nicht unbedingt Suchbegriffe mit einer Tastatur eingeben, er fragt stattdessen Google, was seine Augen gerade sehen - mit Hilfe der Digitalkamera seines Telefons.

google goggles landmark
Typisches Einsatzgebiet: Eine Sehenswürdigkeit wird fotografiert, Google sagt einem, wie es heißt - hier also die Golden Gate Brücke in San Francisco

Goggles gibt es momentan kostenlos für Android-basierende Smartphones. Weitere Mobil-OS sind in Vorbereitung. Die App besitzt eine integrierte Bilderkennung und eine Schrifterkennung (OCR). Zusammen gepaart lassen sich damit umfangreiche Ergebnisse erzielen. Dabei braucht man gar nicht ein rechenstarkes Telefon, denn das Gerät überträgt das aufgenommene Bild an die Google-Server. Vorher rasterisiert die Texterkennung und Umrisserkennung das Bild, um Zusatzdaten zu gewinnen. Den Rest der Berechnungen macht Google selbst und spuckt die passenden Resultate aus.

Im ersten Test waren wir von der Genauigkeit positiv überrascht. Wir hielten die Kamera wahllos auf verschiedene Objekte, darunter einen Feuerwehrhelm, einen Strichcode einer Verpackung, mehrere Bücher und CD, eine Bierflasche sowie auf Urlaubsfotos von markanten Sehenswürdigkeiten. Die Ergebnisse entsprachen ausnahmslos unseren Erwartungen.

Beim Barcode wurde sofort ein Preisvergleich gestartet und angezeigt, wo man das Produkt am billigsten bekommt. Im Falle der Büchern und CDs erhielten wir man gleich Angebote von Amazon, Rezensionen und Wikipedia-Einträge.

Völlig perplex waren beim Feuerwehrhelm, den Google Goggles problemlos als Kinderspielzeug identifizierte und daraufhin sogar passende Shops anbot. Anscheinend hat Google das aufgeklebte Logo an der Vorderseite des Helmes erkannt und konnte das Produkt so präzise zuordnen.

Ein ähnliches Verfahren wendete das Tool auch bei der Bierflasche an, weil das Etikett (Vorderseite ohne Barcode) durch das Herstellerlogo markant genug war.

Besonders hilfreich ist die Texterkennung. Schriftzüge werden nicht nur erfasst sondern bei Bedarf auch übersetzt. Wenn man sich im Ausland aufhält und beispielsweise eine Aufschrift auf einem Schild nicht versteht, übersetzt Google Translate den Text in die Muttersprache. Wir probierten das mit einer spanischen Speisekarte aus. Goggles lieferte in der Tat brauchbare deutsche Übersetzungen, die zum Verstehen der Informationen ausreichten.

Wir sind sogar dahinter gekommen wie Google mit Bildern von Sehenswürdigkeiten umgeht und welche technische Verfahren dabei genutzt werden. Das Tool greift dabei ein wenig in die Trickkiste. Die meisten Smartphones (in unserem Fall ein HTC Magic) besitzen ein GPS-Sensor (wie bei Navigationsgeräten). Damit weiß das Gerät sofort, wo sich der Anwender aufhält. Bei der Zuordnung des Bildes per Geolocation ist das Verfahren sehr genau. Befindet man sich in Gebäuden, funktioniert das GPS-Verfahren natürlich nicht. Dann kann Google lediglich einen Bildvergleich vornehmen. Bei markanten Motiven wie dem Brandenburger Tor oder dem Eifelturm ist das für Google ein Klacks, nicht jedoch bei normalen Einfamilienhäusern, die sich zu stark ähneln.

An dieser Stelle sollte ein Video angezeigt werden. Falls nicht, installieren Sie den neuesten Adobe Flash Player, um dieses Feature zu aktivieren. Das Video enthält: -
    Google Goggles Tutorial. Hartmut spricht Englisch mit einem starken deutschen Akzent

    Am Schluss wollten wir noch wissen, ob Goggles Gesichtserkennung beherrscht. Wir fotografierten ein paar Gesichter von Redakteuren, die ihr Konterfei nachweislich im öffentlichen Bereich von Facebook und Xing zeigen. Nur so hätte Google Anhaltspunkte für den Bildvergleich und der Zuordnung zur Person. Hier hatte Goggles kein einziges brauchbares Ergebnis geliefert. Aber das ist unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit.

    Mit bekannten Persönlichkeiten wie der Bundeskanzlerin Merkel, Papst Benedict oder der "Mona Lisa" funktioniert die Gesichtserkennung bereits.

    Goggles - Firmen-Info: Google
    Von Michael Schmidtmann, aktualisiert am: 2010-05-07T09:55:38+02:00
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    Kommentare

    11 Meinungen im Forum
    Golden Delicious

    Steve Jobs von Apple wettert momentan gegen Adobes Flash. Wundert mich. Dem müsste doch nicht entgangen sein, dass Google sein größter Konkurrent ist. Deren Marktanteile mit Android-Handys steigen Monat für Monat, während das teure iPhone nicht vom Fleck kommt. Kein Wunder, denn nicht nur bei der Usability ist Android dem iPhone dicht auf den Fersen sondern auch bei den Services.

    Adola2

    Googles ist bei mir nur auf English. Die Übersetzungsfunktion ins Deutsche funktioniert aber.

    Maddin86

    Irgendein Schwachmat vom Kaliber "Marketing-Fuzzi" wollte sich in diesem Programm mit diesem blöden blauen Scanbalken verwirklichen, der dauern von links nach rechts wandert. Der hat wohl zu viel Raumschiff Enterprise und Minority Report geglotzt.