Vorherige Seite Nächste Seite

Wo geht's lang Deutschland

Google Maps Navigation

Google bietet seine Navigationssoftware nun für viele europäische Länder kostenlos an. Leider werden die meisten Anwender diese nur im Inland kostenlos nutzen können, nicht jedoch im Ausland.
google logo

Google Maps Navigation ist sicherlich eine Bereicherung für viele Handy-Besitzer und dürfte zur Popularität beitragen, weil die Software erst einmal kostenlos ist. Jedoch zeigen sich in der Praxis schnell deren Nachteile. Das Hauptproblem liegt darin, dass sich die Google-Software die Karten-, Routen- und Verkehrsdaten aus dem Internet holt.

Befindet man sich in einer Großstadt mit guter UMTS/3G-Abdeckung, funktioniert das recht gut. Gerät man aber in unterversorgte, ländliche Gebiete, kann die Routenberechnung eine Ewigkeit dauern oder gar nicht mehr funktionieren. Noch schlimmer ist es für das Ausland bestellt. Da die meisten Anwender lediglich eine Datenflatrate für ihr Heimatnetz besitzen, fallen im Ausland hohe Roaming-Gebühren an -- ein Problem des zersplitterten europäischen Marktes. Viele Smartphones haben deshalb Daten-Roaming in den Grundeinstellungen deaktiviert, damit der Kunde nicht in die Abzockfalle der Mobilfunkprovider tappt. Das heißt, für viele Anwender hört die Navigation an der offenen Staatsgrenze auf.

Kartenmaterial aus dem Internet oder vom Speicher?

Diesem Dilemma kann Google nur dann entrinnen, wenn das Kartenmaterial für mehrere Länder auf der Speicherkarte des Handys abgelegt ist. So machen es jedenfalls die kostenpflichtigen Anbieter von Navteq, Tom Tom, Garmin und Co. Obwohl bei diesem Verfahren schnell ein paar Gigabyte zusammenkommen, ist das aus technischer Sicht kein Problem, denn Speicher ist billig. Handys mit 16 oder 32 GByte Fassungsvermögen sind heutzutage Standard. Google versucht zumindest, auch ein wenig zu cachen. Doch sobald man sich am Zielort im Ausland befindet, ist es mit dem Nachladen schlecht bestellt.

Die Staudaten werden aus den Bewegungen von Google-Usern im Verkehr, die dieser Nutzung ihrer Daten zugestimmt haben (Latitude), erfasst. Google hat sich dieses Verfahren von TomTom abgeschaut, dass dort HD Traffic heißt. Ungewöhnlich ist, dass Stauinformationen angezeigt werden aber das Android-Smartphone nicht automatisch eine Ausweichroute berechnet. Hier muss Google nachbessern, denn das Anwerfen einer manuellen Neuberechnung während der Fahrt ist gefährlich. Bei der heutigen Testfahrt hat komischerweise die Routenkorrektur bei einer bewussten Abweichung von der vorgeschriebenen Route funktioniert. Dies werten wir als Beweis, dass Google Routenabweichungen berücksichtigen kann - lediglich bei Staus funktioniert es nicht richtig.

Im Navigationsmodus ist das Display und die Sprache immer an. Während einer Autofahrt macht das also nur dann Sinn, wenn man eine passende Stromversorgung für sein Handy besitzt, da sonst die Batterie im Nu leergesaugt wird. In den meisten Fällen reicht hier ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder. Nicht wählen kann man die Kartenausrichtung - diese legt der Anbieter immer fest. Wer gerne Kartendarstellungen mit Nordrichtung bevorzugt, ist bei Google Maps Navigation fehl am Platz.

Kommentare

7 Meinungen im Forum
Grumpster19

Du musst im Android Market den Begriff "Sprachsuche" eingeben. Gleiches installierst Du auf Deinem Handy. Dann klappt auch die Spracheingabe.

Bockwurst16

Auf meinen HTC Magic geht die Spracheingabe auch nicht. Laut Google sollte sie aber ab Android-Version 1.6 funktionieren. Genau diese Version habe ich auf meinem Handy. Hat jemand einen Tipp, wie die App heißt, die ich eventuell nachinstallieren muss?

greywolf

Alles sehr seltsam, wenn Google es schafft, ohne Zustimmung des Anwenders die Navigations App auf das Handy zu wuchten, warum muss man sich dann die Sprachsynthese manuell nachinstallieren? Das ist doch unlogisch!

Inhaltsverzeichnis