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Jailbreaking von Smartphones in USA nicht illegal

Wenn jemand ein Produkt gekauft hat, dann kann er damit machen was er will. So ist hierzulande jedenfalls die weitläufige Auffassung. Gewisse Einschränkungen gibt es natürlich. Auch muss unterschieden werden, ob sich das Produkt im Besitz des Anwenders befindet oder ob es nur geliehen ist. Aber letztlich will sich keiner vorschreiben lassen, wie er es benutzt. Kein Mensch würde auf den Gedanken kommen, es sei illegal, sein Auto tiefer zu legen oder seinen Rechner zu modden. Anders verhält es sich, wenn durch bestimmte Maßnahmen der Kopierschutz umgangen wird.

Im Falle von Jailbreaking und SIM-Karten-Unlocking schlagen sich nun das United States Copyright Office und der Librarian of Congres auf die Seite der Anwender. Jailbreaks für das Apple iPhone und Smartphones anderer Hersteller sind im Sinne des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) rechtens.

Bei Jailbreaks handelt es sich um Software-Modifikationen, mit denen man beliebige Software-Applikationen ohne Prüfung durch einen Anbieter installieren kann. Beim SIM-Card-Unlocking wird die Bindung an einen bestimmten Mobilfunknetz-Betreiber aufgehoben.

So meint das Copyright Office:

Wenn jemand ein Smartphone jailbreakt, um dessen Telefon-Betriebssystem für Anwendungen öffnet, die unabhängig entwickelt wurden und nicht durch den Hersteller des Smartphones noch durch den Hersteller des Betriebssystems genehmigt wurden, so sind Modifikationen, die lediglich die Interoperabilität herstellen, angemessene Verwendungen.

Weiter das Copyright Office:

Das Copyright Office stellt fest, dass der Hauptzweck von Providersperren dazu dient, die Kunden an deren existierende Netzwerke zu binden und nicht den Kopierschutz einzuhalten ... Das Copyright Office stimmt mit der EFF überein, dass das Kopierschutzgesetz nicht als Hemmnis angewendet werden darf, um Menschen, die ihre Telefone behalten wollen, von einem Anbieterwechsel abzuhalten. Das Kopierschutzgesetz sollte ferner nicht missbraucht werden, Wiederverkäufer zu behindern, die die Nutzungsdauer eines Telefons verlängern wollen.

Darüber hinaus wird Amateuren und Privatanwendern die nichtkommerzielle Nutzung kurzer Ausschnitte aus DVDs in eigenen Videos erlaubt, um Sachverhalte zu kommentieren oder zu kritisieren. Dies stellt eine Schlappe für die Hollywood-Filmindustrie dar, die das Rippen von DVDs grundsätzlich verhindern will.

Quelle: EFF
Von Michael Schmidtmann, aktualisiert am: 2010-07-30T17:20:03+02:00
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